Eine Frau steht mit einem Buch in der Hand vor einem Bücherregal.
  • Forschung
  • Wissenschaft

Forschungsförderung zum Thema Salafismus

Warum werden gerade junge Menschen von salafistischer Propaganda angesprochen? Welche Risikofaktoren gibt es? Wie können wir Gegendiskurse schaffen? Wenn Sie auf der Suche nach wissenschaftlichen Antworten auf diese Fragen sind, informieren Sie sich hier über die von der Landesregierung geförderten Forschungsprojekte zum Thema Salafismus. 

Orte
Bielefeld
Bonn
Dortmund
Düsseldorf
Köln
Münster

Wer wir sind

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat bisher etwa 1,4 Millionen Euro für die Erforschung des extremistischen Salafismus in NRW zur Verfügung gestellt. Damit wurden und werden neben dem Kompetenznetzwerk CoRE sechs Forschungsvorhaben gefördert.

Was wir tun

„Radikalisierungsprävention in NRW: Wie können die Kapazitäten von Intermediären gestärkt werden?“ (BICC – Bonn International Centre for Conversion)

Das Projekt des BICC hat eine anwendungsorientierte Ausrichtung. Es soll dazu beitragen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie Sozialarbeitende, Lehrkräfte und Ehrenamtliche, in ihren Kompetenzen zu Prävention und Deradikalisierung zu stärken. Dazu untersuchen die Forschenden pädagogische Konzepte und den Umgang mit Radikalisierten im Berufsalltag. Es ist geplant, die Erkenntnisse des Projekts in Form von Handlungsempfehlungen für Praxis und Politik nutzbar zu machen.

Laufzeit: 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2021

 

„Salafismus in urbanen Kontexten – Eine Fallstudie zur stadtgesellschaftlichen Integration salafistischer Gruppen in Nordrhein-Westfalen“ (Universität Bielefeld – IKG Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung)

Wie sind verschiedene salafistische Gruppen hierzulande in urbane Sozialräume eingebettet? Wie wirkt sich dies auf ihre Radikalisierung oder Deradikalisierung aus? Diese Fragen stehen im Fokus des IKG-Projekts. Dabei untersuchen die Forschenden am Beispiel eines Stadtteils in einer nordrhein-westfälischen Großstadt die Wirkung von sozialräumlichen Strukturen auf die Radikalisierung oder Deradikalisierung von salafistischen Gruppierungen. Die Ergebnisse des Projekts versprechen spannende Erkenntnisse darüber, welchen Beitrag die Gestaltung von Sozialräumen – auch in anderen Stadtteilen und Städten – zur Salafismusprävention leisten kann.

Laufzeit: 1. September 2017 bis 31. August 2020

 

Countering Digital Dominance: Islamdiskurse und Gegenerzählungen in online und offline Kontexten (Universität Münster – ZIT – Zentrum für Islamische Theologie) 

Das Forschungsprojekt untersucht, wie muslimische Jugendliche in Deutschland über den Islam kommunizieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Online-Kommunikation. Das Projekt stellt dabei zum Beispiel die Frage: Wie bewegen sich Jugendliche im Spannungsfeld zwischen antimuslimischem Rassismus und Islamismus? Außerdem beleuchtet das Projekt den Einfluss, den das soziale Umfeld auf die Kommunikation der Jugendlichen hat – mit dem Ziel, daraus Schlüsse für die religiöse Bildung zu ziehen.

Laufzeit: 1. Mai 2017 bis 30. April 2020

 

„Anfällig für Radikalisierung? Einstellungen und Haltungen von Jugendlichen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu den Themen Demokratie, Religion, Diskriminierung und Geschlecht“ (FH Münster, GUD – Institut für Gesellschaft und Digitales) 

Im Rahmen des Projekts untersucht die Forschungsgruppe, inwiefern sich salafistische Botschaften in Einstellungen und Haltungen von Jugendlichen aus unterschiedlichen Lebenswelten wiederfinden. Im Fokus stehen dabei Jugendliche, die noch gar nicht durch radikale und extremistische Äußerungen oder Handlungen aufgefallen sind. Ziel des Projekts: Mechanismen und Prozesse sozialer oder demokratischer Entfremdung und gesellschaftliche Konflikte frühzeitig herauszuarbeiten und Handlungsempfehlungen zu generieren. Denn je früher Prävention einsetzt, desto besser gelingt sie.

Laufzeit: 1. März 2017 bis 31. August 2019

 

„Die jugendkulturelle Dimension des Salafismus aus der Genderperspektive“ (FH Dortmund)

Das Forschungsprojekt an der FH Dortmund befasst sich mit dem Thema religiöse Radikalisierung aus jugendkultureller Perspektive. Eine der Fragen, die im Fokus der Untersuchungen stehen, ist deshalb:  Warum und wie gelingt es radikal-religiösen Bewegungen, vor allem junge Menschen anzusprechen? Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geschlechterperspektive. Warum fühlen sich gerade Mädchen und junge Frauen einer restriktiven Ideologie zugehörig, die eine strenge Geschlechtertrennung praktiziert? Die Forschenden untersuchen das Thema durch die Analyse von Interviews und Gruppendiskussionen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden im Band „Zusammengehörigkeit, Genderaspekte und Jugendkultur im Salafismus“ vorgestellt, der im Februar 2020 im Springer VS erschienen ist. Hier gelangen Sie direkt zur Publikation.

Laufzeit: 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2019

 

„Spektren salafistischer Diskurse in NRW – Kontroversen, Strategien, Machtverschiebungen“ (Universität zu Köln, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Das Forschungsprojekt erörtert die Frage, welche unterschiedlichen Gruppierungen es in der salafistischen Szene in NRW gibt. Die Forschenden untersuchen das Selbstverständnis dieser Gruppen und ihre theologischen und ideologischen Unterschiede. Das Projekt trägt so zu einem verbesserten Verständnis der salafistischen Szene in NRW bei.

Laufzeit: 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2019